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Südwest Presse vom 30.10.2007, Ausgabe Ulm | ||||
KONZERT / Kammerchor Ton-ArtLeuchtkraft und Wohlklang | ||||
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| Verfeinerte Klangkultur OLAF GÖÖCK Maurice Duruflé zählt zu den großen Orgelvirtuosen. Der französische Komponist hat aber auch Vokalmusik geschrieben, darunter die "Quatre motets", mit denen der Kammerchor Ton-Art im Haus der Begegnung sein Programm mit selten zu hörenden A-cappella-Gesängen begann. Duruflés im strengen Stil geschriebene Motetten verbreiten einen Anflug impressionistischer Farbgebung, was diese Werke sehr anziehend macht. Schon hier demonstrierten die 16 Sängerinnen und Sänger jene homogene Klangkultur, die den Chor unter der sensiblen Leitung von Stephan Doormann in den letzten Jahren bekanntgemacht und die sich im Lauf der Zeit immer mehr verfeinert hat. Aus der großen Epoche des französischen Chansons im 16. Jahrhundert stammte der Titel "Tourdion" des Pariser Komponisten und Verlegers Pierre Attaignant, der die technische Beweglichkeit und außerordentliche Disziplin der Chorsänger nachhaltig bewies. Mit Duruflés "Notre père" zeigte der Chor eindrucksvoll, was an musikalischer Expressivität in ihm steckt. Nach einem pianistischen Zwischenspiel Bernd Grills, der mit Debussys "La Cathedrale englautie" aus den Préludes und Messiaens "La colombe" Beispiele aus der Hoch-Zeit des Impressionismus vortrug, sang der Chor ein Scherzlied von Ravel und mit "Belle qui tient ma vie" von Thoinot Arbeau ein durchaus populäres Lied. Nach einem Chanson von Pierre Certon, einem Meister des 16. Jahrhunderts, folgten die "Quatre motets pour un temps de penitence" von Poulenc. Die Motetten, die in der Wiedergabe von Ton-Art einen starken Eindruck hinterließen, sind von Poulencs Bewunderung für die niederländische Vokalpolyphonie der Renaissance, aber auch vom zeremoniellen Gestus des französischen höfischen Barock geprägt. Im letzten Drittel des Konzertes glänzte Bernd Grill mit Debussys bekanntem "Claire de lune" und einer temperamentvollen "Caprice italien" von Francis Poulenc. Nach Paul Hindemiths "Verger" aus den "Six chansons", in denen er Gedichte des teilweise in Paris lebenden Rainer Maria Rilke vertonte, und einem Chanson von Pierre Passereau gipfelte der Vortrag in drei Liedern von Claude Debussy, deren gefühlsbetonter Schönklang der Chor in dynamischer Vielfalt und rhythmischer Prägnanz absolvierte. Den langen begeisterten Beifall der Zuhörer honorierten Stephan Doormann und sein Chor mit Duruflés "Notre père". Ein passender Abschluss für dieses Konzert. | ||||
| Erscheinungsdatum: Dienstag 30.10.2007 Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/ SÜDWEST AKTIV - Copyright 2007 Südwest Presse Online-Dienste GmbH Alle Rechte vorbehalten! |
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