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Schwäbische Post 30.03.2009 | ||||
"TonArt" aus Ulm in EllwangenDie Freude sang sichtbar mit | ||||
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| Der Kammerchor TonArt aus Ulm hat in der fast voll besetzten Ellwanger Stadtkirche mit Bravour Geistliche Chormusik der Romantik gesungen. HERMANN WEIGOLD Das Ensemble wurde 2002 von der Ellwangerin Christina Welz ins Leben gerufen. TonArt ist ein Chor, dessen Besetzung für jeweils ein Projekt festgelegt ist. Garant für das hohe Niveau ist der junge künstlerische Leiter Stephan Doormann, dessen Kompetenz unter anderem auf einer gediegenen Ausbildung an den Hochschulen Stuttgart und Stockholm und praktischen Erfahrungen als Chorsänger bei der Gächinger Kantorei und dem King David Consort Hannover fußt. An der Harfe wirkte versiert Eva Maria Bredl mit. Die 24 Sängerinnen und Sänger eröffneten das Konzert mit drei „Fest- und Gedenksprüchen“ op. 109, von Brahms. Dieser chorische Einstieg war vom ersten Akkord an überzeugend, sowohl in der Sicherheit der Tongebung als auch der textlichen Ausgestaltung. Bewundernswert die dynamische Ausgewogenheit bei stets lebendigem vokalem Musizieren. Die Freude sang sichtbar mit. Doormann ließ den Klang seines Chores wachsen, der souverän die teils sehr heiklen harmonischen Übergänge meisterte und auch noch im Pianissimo strahlte. In Brahms Motette: „Schaffe in mir Gott“ führte der Dirigent das polyphone Stimmengeflecht in eine dissonanzreiche Steigerung von ungeheurer Spannung. Liegt das Geheimnis des Chorklangs in der ungewöhnlichen Aufstellung der Chormitglieder? Marcel Lucien Tournier, 1879 in Paris geboren, gilt als bedeutender Harfenist und Komponist, dessen „Quatre Préludes pour Harpe“ op. 16 Eva Maria Bredl interpretierte. Tranquille, ein impressionistisches „Aquarell“ feinster Farbstufen, instrumental umgesetzt durch ein Eilen in Arpeggien, denen ganz unversehens froh-nachdenkliche Melodik entströmt. Das Pas trop vite mit geradezu volksliedhaftem Charakter ließ den Zuhörer erleben, wie feinste Harfentöne im Raum weitergetragen wurden. Lent, ein spannungsreicher Satz von eigenartiger beruhigender Tiefe. Das Allegretto wurde von der Solistin unter Auskosten kleinster Einzelheiten ausdruckstark interpretiert, ohne jemals das Gesamtwerk aus dem Blickfeld zu verlieren. Josef Rheinbergers „Cantus Missae“ op. 109 strahlte im Kyrie durch „demütigen“ Gesang glaubende Zuversicht aus mit überzeugend wunderschönem Schluss. Das Gloria, kontrastreich durch kräftige Tuttis und liebevoller Linienzeichnung, ohne jemals Effekte zu haschen. Das Credo, im besten Sinne glaubenbekennend mit schönen Basslinien und bewundernswerter Intonation. Das Sanctus, gleich am Beginn ein Prüfstück heikler Tonkonstellation. Das Benedictus ein im Gotteslob schwelgender Hymnus mit einem staunenmachenden Hosanna. Das Agnus Dei, dramatisch ausdruckstark zeigt in den Rufen um Erbarmen einen in selbstbewusster Demut singenden Chor. Ein edles Amen beschließt ein Chorwerk von geradezu orchestralem Klang. „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ op. 35 für vierstimmigen Frauenchor und Harfe führte einen Frauenchor vor, der vor allem im Pianissimo überzeugte.. Den Abschluss bildete, als kleines Geburtstagsgeschenk an F. M. Bartholdy: „Herr, Gott, du bist unsere Zuflucht“ op. 79 Nr. 3, ein hochromantisches Klangempfinden, das Größe Gottes stimmlich darzustellen versucht und in TON und ART einen hervorragenden Interpreten gefunden hat. © Schwäbische Post 30.03.2009 | ||||
| Erscheinungsdatum: Montag 30.03.2009 |
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